Gießen/Bonn, 17. September 2008 Eine in Deutschland einzigartige und weltweit zu den modernsten ihrer Art zählende Diagnostik- und Therapiestraße zur Erkennung und Behandlung angeborener Herzfehler hat das Kinder-Herzzentrum Gießen in diesen Tagen in Betrieb genommen. Im Beisein der Hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger, des Gießener Oberbürgermeisters Heinz-Peter Haumann und des Präsidenten der Universität Gießen, Professor Dr. Stefan Hormuth, wurde die Anlage heute offiziell eingeweiht.
Die Diagnostik- und Therapiestraße besteht aus einem besonders leistungsstarken Magnetresonanz-Tomographen(MRT), einer Herzkatheteranlage sowie einem OP, zum Einsatz kommt Medizintechnik von Siemens. Bei der Herzkatheteranlage handelt es sich um das System „Axiom Sensis BFC“, beim 3-Tesla MRT um das System „Magnetom Verio“ mit einem besonders weiten „Tunnel“, der die Untersuchung besonders für Kinder deutlich angenehmer macht. Die dafür aufzubringenden Kosten beliefen sich insgesamt auf rund drei Millionen Euro. Die in Bonn ansässige Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V. hat dazu 1,8 Millionen Euro für das in der neuen Untersuchungs- und Behandlungsstraße durchgeführte Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Validierung der MRT-Diagnoseergebnisse beigesteuert.
„Mit der neuen Diagnostik- und Therapiestraße können wir das Erkennen und Behandeln von angeborenen Herzfehlern, der häufigsten Organfehlbildung bei Neugeborenen, noch einmal deutlich verbessern“, erläutert Professor Dr. Dietmar Schranz, Leiter der Kinderkardiologie in Gießen. „Wir haben hier jetzt nicht nur auf einer Etage und räumlich direkt nebeneinander gelegen alle benötigten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für unsere kleinen Patienten. Die neue Technologie erhöht auch die diagnostische Sicherheit noch einmal beträchtlich. Unser Dank gilt allen, die an der Realisierung dieses Projektes beteiligt waren, und insbesondere der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren.“
„Das Kinder-Herzzentrum Gießen gehört in Deutschland zur Spitzengruppe der medizinischen Einrichtungen, die sich um die Diagnostik und Behandlung angeborener Herzfehler kümmern“, wertet Dr. Rudolf Hammerschmidt, Vorstandsvorsitzender der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V. „Aus dem hier von uns unterstützten Forschungsprojekt sind neue Erkenntnisse in Bezug auf die Ergebnisse mittels Magnetresonanz-Tomographie durchgeführter Diagnostik und auf den Nachweis möglicher Herzkranzgefäßverengungen nach Herztransplantation im Kindesalter zu erwarten. Da dieses Forschungsprojekt bis 2010 läuft und damit künftiger Finanzierungsbedarf besteht, bitten wir die Bürger aus der Region herzlich darum, uns auch weiterhin mit Spenden zu unterstützen.“
Die Aktivitäten der Fördergemeinschaft zum Einwerben weiterer Spenden in Gießen und Umgebung wollen die Basketball-Profis der LTi Gießen 46ers in den kommenden Monaten als Projektpaten begleiten und unterstützen. „Wir sind in der Region tief verwurzelt und möchten die Begeisterung, die uns hier entgegenschlägt, gerne in Form eines Engagements für ein wichtiges Thema zurückgeben“, stellt Dirk Schäfer, Geschäftsführer der LTi Gießen 46ers, die Motivation seiner Basketballer mit Herz heraus. „Die Gießener Bürger dürfen sich dazu auf das eine und andere spannende Event freuen.“
Angeborene Herzfehler sind die häufigste Organfehlbildung bei Neugeborenen. Jedes 100. Neugeborene, zwischen 6.000 und 7.000 Kinder jährlich allein in Deutschland, wird mit einem Herzfehler geboren. Nicht erkannt und unbehandelt führen sie in vielen Fällen zum Tode. Doch Diagnostik und Behandlung haben in den vergangenen 20 Jahren große Fortschritte gemacht, so dass heute über 90 Prozent der Betroffenen die Möglichkeit haben, so aufzuwachsen wie ihre gesunden Altersgenossen. Voraussetzung dafür sind eine frühzeitige präzise Diagnose und eine möglichst schonende Behandlung.
Das Kinder-Herzzentrum Gießen gehört zu den größten und wichtigsten medizinischen Einrichtungen Deutschlands im Bereich der Diagnostik und Behandlung angeborener Herzfehler. Im Jahr 1988 wurde hier die erste Herztransplantation an einem Säugling in Deutschland durchgeführt. Darüber hinaus wurden am Kinder-Herzzentrum Gießen in den vergangenen zwei Dekaden verschiedene Behandlungs- und Operationsmethoden, die heute zum medizinischen Standard gehören, erstmalig angewendet und etabliert. Mehr Informationen im Internet unter www.uniklinikum-giessen.de/kikardio
Die LTi Gießen 46ers gehören zu den 18 Klubs der ersten Basketball-Bundesliga (BBL). Gießen stellt dabei den einzigen Klub, der der Basketball-Bundesliga seit deren Gründung in der Saison 1966/1967 ununterbrochen angehört. Der jüngste Erfolg der 46ers ist der Gewinn des Bundesliga-Vorbereitungsturniers in Bad Neuenahr am vorvergangenen Wochenende. Mehr Informationen im Internet unter www.ltigiessen46ers.de
Die in Bonn ansässige Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V. unterstützt seit 1989 den Auf- und Ausbau kinderherzchirurgischer Einrichtungen, die Verbesserung der technischen und personellen Ausstattung von Kinderherzzentren, die Durchführung wissenschaftlicher Projekte sowie die Information und Aufklärung über angeborene Herzfehler. Seit der Gründung hat die Fördergemeinschaft bislang über 14,5 Millionen Euro für diese Zwecke aufbringen können und mittlerweile über 80 Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten Herzoperationen in Deutschland ermöglicht. Aktuell werden 16 Projekte an zehn Kinderherzzentren gefördert.
MRT-Einweihung 17.09.08 in Gießen

Eine der weltweit modernsten Diagnostik- und Therapiestrasse in Gießen

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Dateityp: rar, 1.2 MB, Erstellt: 17.09.08, 386 downloads



