Magnet-Resonanz-Therapie statt Katheteruntersuchung
Kinder, die mit einem Herzfehler zur Welt kommen, müssen in vielen Fällen unmittelbar nach der Geburt behandelt und operiert werden, damit sie eine Chance haben zu überleben. Je nach Schwere des Herzfehlers oder Verlauf der Erkrankung kann sogar eine Herztransplantation nötig werden. Bei Herzfehlern und insbesondere bei Transplantationen sind präzise Bilder vom Herzen der kleinen Patienten unabdingbar, um genaue Diagnosen stellen zu können. Dazu sind bei vielen der Kinder im Laufe ihres Lebens mehrfach Herzkatheteruntersuchungen notwendig, bei denen sie zwangsläufig immer wieder Röntgenstrahlen ausgesetzt sind.
Magnetresonanztomographie kommt ohne Röntgenstrahlen aus
Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) eröffnet für die Untersuchung von Herzfehlern im Kindesalter neue diagnostische Möglichkeiten. Neben der absolut genauen dreidimensionalen Darstellung des schlagenden Herzens kommt das Gerät ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen aus, denn es arbeitet ausschließlich mit Magnetfeldern. In jedem großen Kinderherzzentrum und insbesondere an einem Transplantationszentrum ist der Einsatz eines MRT heutzutage unverzichtbar. Allein die Vorteile der nicht-invasiven Anwendung, der kurzen Zeitspanne der Untersuchung und fehlender Strahleneinsatz sprechen für eine Etablierung des Systems. Zudem sind in der weiteren Nachsorge von Transplantationen häufige Überprüfungen des Operationsresultates ebenso nötig sowie die Überwachung, dass beispielsweise keine Koronaropathie auftritt (Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff durch Verstopfen der Gefäße), eine Erscheinung, die speziell nach Transplantationen auftritt.
Ziel dieses Projektes ist es, den herzkranken Kindern bessere diagnostische Möglichkeiten anzubieten, weniger invasive Untersuchungsmethoden anzuwenden und die bei anderer Diagnostik übliche Strahlenbelastung zu vermeiden oder zu reduzieren. Insbesondere nach der Transplantation eines Kinderherzens und in der Kinderkardiologie mit ihren komplex erkrankten Patienten gibt es zudem viele weitere wichtige Fragestellungen, die mit dem MRT beantwortet werden sollen. Beispielsweise befasst sich eine der bei diesem Projekt vorgesehenen Studien mit dem Nachweis der Transplantatvaskulopathie (Gefäßdefekt durch Implantate) im Frühstadium und der Erkennung von Risikopatienten. Eine weitere Studie untersucht die Patienten mit nur einer funktionierenden Herzkammer, die Lungen- und Körperkreislauf betreibt, nach einer Fontan-OP (d.h. operative Trennung der beiden Kreisläufe). In der Betreuung dieser Patienten ist der frühzeitige Nachweis von Faktoren, die die Flussverhältnisse im pulmonalarteriellen System direkt oder indirekt negativ beeinflussen, von höchster Relevanz.





